Ein Kurs, der bleibt

Patricia Ghevalt, Kursleiterin Kuba | YI News 05/2025

Ein Kurs, der bleibt

Seit wir vom Teamleiterkurs in Kuba zurück sind, geht mir ein Satz nicht mehr aus dem Kopf – gesprochen von einem Teilnehmer, mitten in der Woche. Ich habe dort Leitende getroffen, die mit einem unerschütterlichen Herzen für Christus dabei sind, trotz aller Herausforderungen, mit denen sie leben. Ihre Leidenschaft war gross, ihr Wille, etwas zu bewegen, ansteckend.

Bevor ich Rumänien verliess, wusste ich wenig über Kuba. Wir wussten nicht, was uns erwarten würde. Alles wurde zum Abenteuer: die Reifenpanne auf der Fahrt von Havanna nach Santa Clara, die häufigen Stromausfälle während des Kurses, das unverwechselbare kubanische Essen.

«Sí, se puede. – Ja, das ist möglich.»

ein Teilnehmer des Teamleiterkurses, Kuba
Eine Kursleiterin erklärt am Flipchart ein Plakat mit einem Anker-Symbol.

Das Hauptziel des Kurses: lernen, als Team zu arbeiten. Was mich am meisten überraschte, war, wie schnell die Teilnehmenden das Gelernte umsetzten. Jeden Tag konnte ich sie wachsen sehen – wissbegierig und furchtlos im Fragenstellen. Selbst die Technik des Low-Rope-Parcours, für viele ein ganz neues Konzept, meisterten sie erstaunlich schnell.

Kulturelle Unterschiede gab es natürlich – aber sie wurden nie zum Hindernis. In der ersten Lektion sprachen viele durcheinander, während wir unterrichteten. Durch offene Worte und gegenseitiges Verständnis fanden wir schnell zusammen. Es war eine schöne Erinnerung daran: Wenn Herzen offen sind, gibt es immer einen Weg, Gräben zu überbrücken.

Dass Gott für Schutz und Fürsorge sorgt, habe ich in diesen Tagen oft gesehen. Die Stromausfälle passierten fast immer tagsüber, wenn wir keinen Strom brauchten. Nur am ersten Abend fiel der Strom aus, als wir einen Film schauten – und selbst dann machten wir einfach weiter. Trotz des anstrengenden Klimas blieb das Team fast ohne gesundheitliche Probleme.

Meine grösste persönliche Herausforderung war die Sprache. Auf Spanisch zu unterrichten kostete mich viel. Doch die Hilfsbereitschaft der Teilnehmenden und ihr Eifer zu verstehen machten den Unterschied. Ihre Freundlichkeit und ihre Teamarbeit waren ein echter Segen.

Am meisten bewegt hat mich, was der Kurs bei den Teilnehmenden auslöste. Viele erzählten, wie wertvoll die Woche für sie war – und wie sie das Gelernte jetzt in ihre Arbeit mitnehmen und weitergeben wollen. Multiplikation ganz konkret: ein Welleneffekt der Veränderung.

Am Ende wurden wir Zeugen von etwas Grossartigem: Trotz knapper Ressourcen gedeiht die Jungschararbeit in Kuba. Das ist nur möglich, weil es Gottes Werk ist – getragen von Menschen, die ihn lieben und sich dem Dienst an anderen widmen.

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