Wenn der gemeinsame Herzschlag den Takt vorgibt

Cosmin Tamas, Geschäftsführer YI Moldawien | YI News 07/2026

Wenn der gemeinsame Herzschlag den Takt vorgibt

An der Grenze zwischen Moldawien und Rumänien, in einem kleinen Dorf nahe des Flusses Prut, versammelten sich 34 Teilnehmer aus der Region Bălți, um sich auf zehn Sommercamps vorzubereiten, die bald beginnen sollten. Sie kamen mit bereits feststehenden Zeitplänen, Aktivitäten und Ideen im Kopf an und waren voller Tatendrang, mit den Vorbereitungen zu beginnen.

Ich ging mit zwei Herausforderungen in die Schulung. Erstens führte ich einen neuen Lehrplan für die Camp-Schulung ein, den ich bisher nur teilweise getestet hatte. Zweitens leitete ich die Schulung allein. Obwohl keine der beiden Herausforderungen völlig neu war, erinnerte mich diese Erfahrung an den Wert von Teamarbeit. Die Schulungseinheiten selbst verliefen gut, aber in den Pausen ertappte ich mich dabei, wie ich mich auf die nächste Einheit vorbereitete, vorausdachte und mir einen Teamkollegen wünschte, der mir die Last abnehmen und mit mir gemeinsam den nächsten Schritt planen könnte.

«Ein gesundes Netzwerk verlangt keine identischen Programme. Es bietet die Freiheit, das «Wie» an die lokale Kultur anzupassen, während man sich auf ein gemeinsames «Warum» einigt.»

Cosmin Tamas, Geschäftsführer YI

Als wir die Grundlagen, die Struktur und den Zweck der Lagerarbeit durch Erlebnispädagogik erkundeten, wurde deutlich, dass diese Leiter viele Dinge bereits gut machten. Wann immer ich fragte: «Wie macht ihr das?», hatten sie eine Antwort parat. Doch als ich die Frage in «Warum macht ihr das?» umformulierte, wurde es still im Raum. Die häufigste Antwort war einfach: «Weil wir das schon immer so gemacht haben.»

Später bestätigte ein Lagerkoordinator meine Beobachtung: «Viele Leute haben uns beigebracht, wie man Lager durchführt, aber niemand hat uns dazu angeregt, darüber nachzudenken, warum wir sie veranstalten.»

Dieses Gespräch machte den wahren Wert der Zugehörigkeit zu einem Netzwerk deutlich. Ein gesundes Netzwerk verlangt keine identischen Programme oder Methoden. Es bietet die Freiheit, das «Wie» an die lokale Kultur und den Kontext anzupassen, während man sich weiterhin auf ein gemeinsames «Warum» einigt.

Am Ende der Fortbildung kamen wir alle zu demselben Schluss: Sommercamps sind weit mehr als Spiele und Aktivitäten. Sie sind Orte, an denen Kinder und Jugendliche Gemeinschaft erleben, Verantwortung lernen und Gott begegnen – und genau dafür lohnt sich jede Stunde Vorbereitung.

Cosmin Tamas leitet eine Schulungseinheit im Kursraum.Erlebnispädagogik statt Theorie: Eine Gruppe löst eine Aufgabe mit Seilen.
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