Ein Meilenstein für Albanien

Cosmin Tamas, Geschäftsführer YI Albanien | YI News 04/2026

Ein Meilenstein für Albanien

Die Tür öffnete sich Monate zuvor, an der TeenStreet 2025: erste Kontakte, viele Online-Meetings, lange Gespräche. Vom 20. bis 22. März war es dann so weit – unser erstes Einführungstraining in Albanien. 15 Stunden mit dem Auto, doch die Vorfreude war grösser als die Müdigkeit. Wir wussten: Das ist mehr als eine Reise. Es ist die Fortsetzung von etwas, das Gott bereits begonnen hatte.

Jeder Neuanfang bringt Ungewissheit mit sich. Der Ort war ganz anders als alles, was wir kannten: ein einziger kleiner Raum mitten in der Stadt, gerade gross genug für zwölf Teilnehmende. Kein Aussenbereich, keine Grünfläche – nur Wände und gespannte Gesichter.

«Ich glaube, wir können auch eine Jungschargruppe gründen.»

ein Teilnehmer in Albanien
Cosmin Tamas erzählt im Kursraum die Geschichte von Jona – die Teilnehmenden hören mit verbundenen Augen zu.

Und die Gruppe war jung: durchschnittlich 13, 14 Jahre alt. Einen intensiven Einführungskurs mit so einer Gruppe durchzuziehen, in so einem Raum – das verlangte Flexibilität, Kreativität und die Bereitschaft, unsere Komfortzone zu verlassen.

Genau das taten wir. Wir überarbeiteten das Programm, passten die Spiele an und nutzten jeden Quadratmeter. Denn wir merkten: Wenn wir nicht zeigen können, dass ein Jungscharkurs überall stattfinden kann – wie sollen sie dann glauben, dass sie mit ihren Gegebenheiten eine eigene Gruppe starten können?

Unsere Anpassungsbereitschaft wurde zum Ausgangspunkt für ihr Umdenken. Wir brachten ihnen bei, Spiele vorzubereiten und zu leiten – und sahen, wie ihr Potenzial lebendig wurde, trotz jungen Alters und begrenzter Ressourcen.

Mit jeder Lektion veränderte sich etwas. Sie begannen zu verstehen, dass Jungschar mehr ist als Aktivitäten durchzuführen: die Bedürfnisse der Kinder erkennen, durch Spiel sinnvolle Alternativen schaffen, das Umfeld verstehen, aus dem die Kinder kommen. Jede Lektion wurde persönlich und praktisch.

Am Ende stand ein einfacher, kraftvoller Gedanke im Raum – ob mit Zuversicht oder mit Zögern ausgesprochen, der Samen war gesät. Nun warten wir im Glauben: nicht auf den ersten Schritt, sondern auf den nächsten Schritt der Jungschar in Albanien. Betet mit uns für diese zwölf jungen Menschen.

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