Der ersehnte Neuanfang

Nikolay Niuniaiev, Landesleiter Ukraine | YI News 12/2025

Der ersehnte Neuanfang

Das Jahr 2025 brachte neue Herausforderungen für die Ukraine. Der militärische Druck verstärkte sich, die Mobilisierung wurde strenger. Plötzlich sahen sich auch Männer mit der Möglichkeit eines Militärdienstes konfrontiert, die treu in ihren Kirchen dienten. Viele Leiter und ehrenamtliche Mitarbeitende waren direkt betroffen – für unsere Jungschararbeit wurde das zur grössten Herausforderung des Jahres.

Trotz allem wurden wir Zeugen von Gottes unverkennbarem Segen in der Region Odessa: Eine Jungschargruppe, die jahrelang inaktiv war, wurde wiederbelebt – die Frucht langjähriger Jüngerschaft unter den Jugendlichen vor Ort, begonnen schon vor der vollständigen Invasion.

«In dem Moment, als die Teilnehmenden ankamen, hörte es auf zu regnen. Nicht überall – nur um uns herum.»

Nikolay Niuniaiev, Landesleiter Ukraine
Ein Ausbilder zeigt einer Gruppe Jugendlicher draussen, wie man den Kompass richtig abliest.

Lange waren nur Einführungskurse möglich. Dieses Jahr konnten wir endlich wieder einen Basiskurs durchführen – mit mehr als 40 Teilnehmenden. Der letzte Basiskurs hatte 2016 stattgefunden. Seitdem hatte unsere Arbeit Veränderungen, Prüfungen und 2022 die vollständige Zerstörung von allem durchgemacht, was wir aufgebaut hatten.

Die erste Frage: Wo können wir den Kurs sicher durchführen? Wir brauchten einen Ort ohne Bombardierungen, mit stabiler Wasserversorgung, fern von militärischen Einrichtungen. Gott erinnerte uns an eine Partnerkirche aus der Zeit vor dem Krieg: ein ruhiges Dorf nahe einem Salzsee, weit weg von strategischen Zielen.

Die zweite Frage: Wer soll ausbilden? Nur zwei vollständig ausgebildete Kursleiter waren noch in der Ukraine; ausländische Ausbilder einzufliegen war zu gefährlich. Wir planten im Glauben mit 20 Teilnehmenden – angemeldet haben sich über 40, im Alter von 15 bis 60 Jahren. Statt in Panik zu geraten, wuchs unser Glaube. Gott schickte finanzielle Unterstützung und einen professionellen Koch, der die Kosten so senkte, dass unser Budget doppelt so viele Teilnehmende trug.

Und dann das Wetter: Es regnete bei der Ankunft, beim Zeltaufbau, bei der Vorbereitung – tagelang, mit weiter Regen in der Vorhersage. Wir begannen den Kurs genau wie geplant, ohne Plan B. Über Nacht trocknete der Boden, und die Wanderung am nächsten Tag fand bei strahlendem Sonnenschein statt.

Viele waren überrascht, wie anders Jungschar sein kann: Unterricht im Freien, Spiele in der Natur, Bibelstudium durch echte Erfahrungen und ein Teamprojekt, das alle herausforderte. Die Teilnehmenden erzählten später, die sechs Tage hätten sich wie ein Monat angefühlt – ein Monat voller Lachen, Lernen und gemeinsamem Wachsen.

Der Kurs stärkte junge Leiter aus zwei Jungscharen in Odessa und ermutigte das Team aus der Region Mykolajiw, das nach dem Einführungskurs eine Gruppe gegründet hatte. Für 2026 planen wir einen Leiterkurs – und beten für Möglichkeiten, neue Jungscharen in der ganzen Ukraine zu eröffnen. Durch alles hindurch hat Gott uns getragen. Er öffnet Türen, die kein Mensch öffnen könnte.

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