Lettlands Walk in Faith

Ronalds Svarups, Landesleiter Lettland | YI News 04/2026

Lettlands Walk in Faith

Letzten Samstagmorgen wurde in Riga ein 13-jähriger Junge gesichtet: Uniform, gepackter Rucksack, früh unterwegs. Sein Ziel: Jaunsardze, die Neue Garde – Lettlands nationales Jugendprogramm, das junge Menschen in Disziplin, Charakter und Dienst am Land ausbildet.

Vor einigen Jahren war derselbe Junge einer, der schwierig zu erreichen war. Unruhig, rebellisch – er brauchte einen Leiter, der jeden Nachmittag an seiner Seite blieb. Ein Leiter tat genau das. Und etwas änderte sich. G. hatte seinen Weg zu Draugu Cilts gefunden – und ist inzwischen darüber hinausgewachsen.

«Jedes Kind, das zu uns kommt, braucht jemanden, zu dem es aufschauen kann.»

Ronalds Svarups, Landesleiter Lettland
Ein Leiter erzählt einer Gruppe Jungen draussen am Lagerfeuerplatz eine Geschichte.

Ich habe die Jungschararbeit in der Schweiz kennengelernt, wo es ganz normal ist, dass Kinder sich in der Natur treffen, Neues lernen und von Jesus hören. Als ich nach Lettland zurückkehrte, liess mich die Idee nicht mehr los. Lettland hat überall Wälder. Und mehr noch: Lettland hat Kinder, die Jesus brauchen.

2022 gründete ich im Rigaer Quartier Jaunciems die Jungschar Draugu Cilts – auf Deutsch: Freundesstamm. Die Vision war von Anfang an klar: Kinder erreichen, die Jesus noch nicht kennen, und sie dabei unterstützen, das Beste aus sich zu machen.

Die Not ist real: Mehr als 95 Prozent der Menschen in Lettland haben keine persönliche Beziehung zu Jesus, über die Hälfte aller Ehen endet in Scheidung. In diese Realität bringt Draugu Cilts etwas Neues: Ein Team von etwa fünf Leitern geht jeden Monat mit 8- bis 12-Jährigen raus – Unterkünfte bauen, Überlebenstechniken lernen, Bibelgeschichten nachspielen. Keine Stuhlreihen, keine Bühne. Einfach Kinder und Erwachsene draussen im Wald.

Das Lager ist das Herzstück des Jahres geworden. Nach einem Tageslager und einem Lager mit einer Übernachtung konnten die Kinder letztes Jahr dank Spendern aus der Schweiz zum ersten Mal in Zelten schlafen. Früher kamen erfahrene Leiter von auswärts mit – dieses Jahr leitet das lettische Team das Lager grösstenteils selbst. Ein Zeichen von Reife!

In den Lagern verändert sich oft Entscheidendes. Zwei Jungen aus nichtchristlichen Familien kamen vom letzten Lager anders zurück – ihre Eltern merkten es. Und da ist M.: Er kam einfach immer wieder. Nach einer Weile begann seine Mutter, die örtliche Kirche zu besuchen. M. kannte Jesus nicht, als er zum ersten Mal durch die Tür kam. Heute tut er es – und er hat kein einziges Lager verpasst.

Ich will ehrlich sein: Dieser Winter war hart. Die Teilnehmerzahlen sind gesunken, zwei unserer Leiter haben Neugeborene zu Hause. Wir sind ein kleineres Team und geben unser Bestes. Aber wir glauben: Jesus sieht, wer da ist – auch wenn nur wenige kommen. Unsere Hoffnung: Kinder, die bei Draugu Cilts aufwachsen, werden selbst Minileiter und eines Tages Gruppen in ihren Städten leiten. Betet mit uns für Lettland.

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